Weiter Richtung Süden (14. und 15. Juni)

Nach 4 Nächten in Marrakesch und verschiedenen Gesprächen mit Leuten auf dem Zeltplatz (Meinungen von „Ist viel zu heiss jetzt“ bis „Probiert es doch mal“) entschieden wir uns in den Süden zu fahren. Die Fahrt dorthin führte uns zuerst durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet zum Tickna Pass (2260 m). Da die Strassen sehr gut ausgebaut waren, entschieden wir uns auch noch für einen kleinen Umweg, welcher uns der Reiseführer vorschlug. Das war eine sehr gute Entscheidung, da diese Strecke landschaftlich einiges zu bieten hatte. Z.b konnten wir noch gut Mittagessen und eine schöne Kasbah besuchen. Aussen war die Kasbah verfallen. Bis ca. 1950 herrschte ein Landlord und die High society ging ein und aus. Da er aber mit den Franzosen sympathisierte, viel er nach der Rückkehr des Königs in Ungnade und das Schloss verviel. Erst für einen Film über ein afghanisches Mädchen wurde ein Teil restauriert. Wir konnten uns gut vorstellen wie die karge Landschaft zu unserem Bild von Afghanistan passt. Auch gab es noch eine Kooperative, welche lokales Kunsthandwerk verkaufte. Wir trafen auch noch eine Schweizerin, welche für diese Kooperative arbeitet und Amanda kaufte noch einen Teppich (grummel, grummel).  Unterwegs übernachteten wir in einer Kasbah mit Pool, wobei wir nicht allein waren.  

Ait- Ben Haddou (15. Juni)

Ein „Must see“ in dieser Region ist das Besuchen der Stadt Ait- Ben Haddou. In dieser Stadt wurden Filme wie „Gladiator“ oder auch „Game of thrones“ gedreht. Dementsprechend gab es viele Verkaufsstände. Touristen gab es aber wenige und so wurden wir von jedem angesprochen. Die  Szenerie war eindrücklich. Die Gebäude sind aus gestampften Lehm, welcher mit Stroh verstärkt ist. Das hält, auch weil es wenig Niederschlag in der Region gibt. Das Thermometer stieg sehr rasch und noch bevor wir auf der Spitze des Hügels angekommen waren, wurde es heiss. Ev. lag es auch daran, das Amanda in jedem der Schmuckläden reinschauen wollte… Zu guter letzt wollten wir noch etwas trinken gehen. Von oben sahen wir eine schöne Dachterasse, bogen leider falsch ab und landeten im Haus in dem explizit Gladiator gedreht wurde. Auch dort gab es Tee, leider zu überteuerten Preisen dafür mit Führung durchs Haus. Amanda handelte den Preis noch ein wenig runter und nach einem kurzen Fotohalt im Kerker in dem Russel Crow gesessen hat, gingen wir weiter.

Nun lag noch die letzte Strecke bis Zagora vor uns. Das Thermometer kletterte weiter und war schnell bei 40 °C. Die Strassen führten entlang von Oasen im sonst ausgetrockneten  Flussbetten. Wir kamen zügig voran, bis wir dann in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei landeten. Wir ahnten Schlimmes und ich hörte etwas von tausend. Zum Glück was mein französisch so schlecht und wir zahlten am Schluss nur 150 Dirham (15 CHF) für 15 km/h für zu schnelles Fahren. In der Schweiz hätte ich wahrscheinlich mehrere hundert Franken bezahlt. Wir bezahlten den Betrag, entschuldigten und nochmals höflichst und fuhren davon. Ausser Reichweite der Polizei mussten wir uns schon das Lachen verkneifen über den kleinen Betrag. Danach fuhr ich wieder ein bisschen langsamer und wir erreichten schon bald Zagora, unser südlichstes Ziel in Marokko. Die Stadt liegt schon so nahe an der Wüste dass das Thermometer auch noch am späten Abend über 40 °C anzeigte. Wir suchten uns einen schönen Campingplatz aus, stellten den Bus hin und gingen direkt in den Pool, welcher im wunderschönen benachbarten Riad (Hotel) war. Das war genau das Richtige nach unserer Fahrt.

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