Ausflug in die Erg Cheggaga Wüste (16. und 17. Juni)

Wir überlegten uns, ob wir mit unserem Bus noch weiter Richtung Wüste fahren sollten, d.h. bis nach Mhamid, oder ob wir direkt von Zagora eine Tour in die Wüste buchen. Klar war, dass wir mit unserem Bus die Route bis nach Foum-Zguid nich machen würden, resp. nur unter unverhältnismässigem Risiko bewältigen könnten. Also buchten wir die Tour und verbrachten den Tag in der Stadt, wo Amanda weiter shoppen konnte, und später gingen wir an unseren wunderschönen  Pool, um uns abzukühlen. Da es so warm war, startete die Reise in die Wüste erst um 15  Uhr. Die nächsten 100 km gingen noch über asphaltierte Strassen Richtung Süden, immer dem Wadi entlang. Wir mussten noch zwei Pässe mit super Aussichten überwinden. Unser Fahrer, Ibrahim, fuhr den Landcruiser in marokkanischer Art (in shalah, d.h Kurven wurden geschnitten, und immer in der Mitte der Strasse gefahren, auch wenn man nicht sah, was auf der Gegenfahrbahn kam) über die Serpentinen hoch und runter.  In Mhamid endete die Strasse und die Piste begann. Es ging über Sanddünen und durch Steinwüste. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und jetzt wurde uns bewusst, wie unser Bus bei so einer Tour malträtiert worden wäre. Es war ein guter Entscheid ihn auf dem Camping zu lassen. Auf dem Weg ins Wüstencamp sahen wir nur noch zwei andere Autos. Das bestätigte wieder einmal mehr, im Juni ist in Marokko keine Tourismus-Hochsaison. Nach einer Weile sahen wir dann auch noch Dromedare und nach etwa 2 Stunden Fahrt kamen wir im Wüstencamp an. Das Camp war eine Ansammlung von Zelten direkt bei den Dünen. Wir waren auch hier die einzigen und genossen diese Exklusivität. Die Sonne ging schon langsam unter und die Temperaturen waren nicht mehr so heiss. Wir hatten noch einen kleinen Ausritt mit Dromedaren gebucht und so blieb nicht viel Zeit im Camp und ich sass schon auf unserem Dromedar, welches sich für mich anfühlte, als sässe ich auf einem Schiff Richtung der grossen Düne. Das letzte Stück mussten wir zu zu Fuss die Düne hochklettern, was eine ziemliche Schufterei war. Immer ein Schritt vor und einen halben zurück. Unser Guide  schien mühelos die Düne hochzulaufen und so war er nur wenige Sekunden später oben angekommen. Dort oben erwartete uns ein herrlicher Ausblick über die Dünen und der baldige Sonnenuntergang. Die Kinder spielten noch ein wenig im Sand und danach rutschten wir die Düne runter, bestiegen die Dromedare und gingen ins Camp zurück. Purer Luxus war die Dusche im Camp in welcher wir den Kindern den Sand abwuschen. Danach gab es ein leckeres Abendessen, ein Lagerfeuer und ein wenig Musik. Cool … Um Mitternacht gingen wir ins Bett direkt über uns der Sternenhimmel und Mond. Das war wirklich ein highlight unserer Reise dieser Trip in die Wüste. Zum Abschluss unter Sternenhimmel einschlafen war ein wunderschöner Abschluss unseres Wüstentrips.

Das es so heiss war, schliefen wir nicht im Zelt sondern im Freien unter Sternenhimmel. Die Sonne weckte mich (und nur mich) um 7 Uhr und es wurde wieder schnell heiss. Es gab noch ein riesiges Frühstück und danach fuhren wir mit dem Auto wieder zurück. Ibrahim wählte eine andere Route, welche länger über Pisten führte. Zwischendurch hielten wir an Wasserstellen, an welchen Dromedare auf das Wasser warteten. Zu guter Letzt blieben wir noch in einer Düne stecken und mussten Luft ablassen und schaufeln. Nach verschiedenen Versuchen und einer halben Stunde ging es weiter. (Anmerkung: Das Schaufeln war eine ziemliche Schufterei im heissen Sand und bei Wind. Der Sand ist danach überall).

Auf der Rückreise machten wir noch Halt in einer der ältesten Bibliothek von Marokko. Dort gab es 1000 Jahre alte Bücher zu bestaunen. Spannend war zu erkennen, dass zur Zeit des dunklen Mittelalters in Euopa hier in Afrika der Handel zwischen den Ländern blühte und die Wissenschaft weit entwickelt war. Leider war Fotografierverbot. Anschliessend konnten wir noch eine alte Stadt, welche viele überdachte Gassen hatte, damit es in den Sommermonaten nicht so heiss ist, besuchen. Speziell hier sind die Töpfereien, welche mit natürlichen Farben bemalt sind Safran, Indigo, Minze etc. ). Unser Führer war ein bisschen speziell und Amelie und Noel hielten „Sicherheitsabstand“, aber als es ums Töpfern ging war die Angst von Amelie verflogen und sie töpferte mit ihm zusammen zwei Kunstwerke. Nach der langen Rückfahrt entschliessen wir uns noch eine Nacht in Zagora zu bleiben, trotz der Ofenhitze hier.

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