In und durch den hohen Atlas (18. und 19. Juni)

Reise nach Tingir (18. Juni)

Nach drei Nächten in Zagora beschlossen wir weiterzufahren. Zuerst wollten wir über Tata (ebenfalls sehr heiss) an den Atlantik fahren aber Himi der Eigner des Campingplatzes empfahl uns, noch eine Schlaufe durch den Hohen Atlas zu machen. Da ich diese Route schon immer machen wollte und Himi uns versicherte, dass die Strassen  OK seien, änderten wir kurzerhand unseren Reiseplan. Die Route führte uns wieder ein Stück gegen Norden dem Wadi entlang und zweigte dann Richtung Osten in eine Steinwüste ab. Auf der rechten Seite war immer die gewaltige Bergkette des xx zu erkennen. Dromedare sahen wir zwar keine, trotzdem zeigte die Tafel, dass wir uns noch in der Nähe der Wüste befanden. Nach Reiseführer ist man in der Wüste, wenn es Tafelschilder mit Dromedaren hat. Nach einer kleinen Stärkung in einem verschlafenen Nest,  zweigte die Strasse Richtung Norden ab und stieg zu einem Pass an. Die Landschaft wurde steinig und von der Strasse aus hatten wir herrliche Ausblicke in die Bergwelt. Die Strasse führte weiter über eine Hochebene (ca. 2000 m.ü.M) die wieder grüner war. Nach endloser Fahrt über diese Ebene ging es langsam talwärts und wir kamen in der Oasenstadt Tinghir an. Diese Stadt liegt am Ausgang der Todra-Schlucht. Der Camping lag ein wenig ausserhalb der Stadt beim Schluchteingang und wir konnten zuerst den herrlichen Pool geniessen und danach noch einen kleinen Spaziergang durch die herrlichen Gemüsegärten unternehmen. Hier gab es genug Wasser, damit die Bauern einen schönen Garten anlegen konnten. Auch gab es noch einen Teich mit Fischen drin, welcher Noel sehr spannend fand, und nicht hineinfiel (Nicht wie andere in den Schützenweiher).

Todra-Schlucht, Hoher Atlas, Dades-Schlucht (19. Juni)

Am nächsten Tag beschlossen wir durch die Todra- und Dades-Schlucht zu fahren. Auf der Karte sah es aus, als würden wir nur wenig  fahren müssen, aber am Schluss stellte es sich als Megatour heraus. Zuerst ging es durch die Todra-Schlucht, in welcher noch ein Folksfest stattfand. Die Leute hatten es sich bereits am Morgen im Fluss auf selbstgemachten Inseln oder in Zelten gemütlich gemacht. Natürlich fehlte bei ihrer Ausstattung der berühmte marokkanische „Thé menthe“ und das berüchtigte Tajine nicht. Danach ging die Strasse weiter durch die gewaltige Schlucht. Weiter oben wird an einem Staudamm gearbeitet und wir wissen nicht, wie die Bauern unten im Tal in Zukunft ihre Feldern bewässern können, wenn hier ein Damm steht. Die Strasse führt noch auf den Talgrund, wo Ziegen und Schafe weiden, Richtung Passhöhe, welche auf 2645 m liegt.

Danach ging es weiter zur Dades-Schlucht. Dazu mussten wir uns zuerst durch ein Dorf mit Kindern kämpfen, welche um Geld und Süssigkeiten bettelten. Sie waren mit dem Fahrrad unterwegs und da die Strassen im Dorf so schlecht waren, konnten wir sie nicht so schnell abhängen. Da halt nur die Süssigkeitenkanone (alles aus dem Fenster raus was griffbereit war). Diese Strasse war noch im Bau und es war eine ziemliche Stauberei hier zu fahren. Oben auf dem Pass war die Strasse zu Ende und es gab nur noch einen felsigen Weg. Übrigens, das Navi zeigte 2900 m. ü.M. an. D.h. somit der höchste Punkt, den wir mit dem Auto je erreicht haben. Nun wurde die Aussicht spektakulär. Wir sahen eine fast endlose Berglandschaft und der Fluss hat einen tiefen Canyon in den Fels gegraben. Wir entschlossen eine kleine Rast zu machen und überlegten uns wie es wohl wäre, wenn wir hier übernachten würden. Danach ging es weiter und wir fuhren „Stunden“ auf dieser Schotterpiste talwärts. Zwischendurch weitete sich das Tal und Bauern können mit dem Wasser des Flusses etwas anpflanzen. Obwohl die Landschaft sehr schön war, war die Fahrt schier endlos. Und es folgte eine spektakuläre Aussicht nach der anderen. Am Schluss ging es nach spektakulären Serpetinen runter und nach weiteren unzähligen Kurven kamen wir im Tal , in der Stadt Boumale-du-Dades an. Nun ging es noch eine Stunde bis zu unserem finalen Ziel, Skoura. Gemäss den Angaben des Reiseführers und von Google, hätte es dort einen schönen  Campingplatz mit Pool geben sollen. Aber wie schon öfters, Corona hat vieles verändert und wir fanden eine lieblose Kiesfläche vor. Einen Pool gab es und auch leckeres Abendessen, aber der Rest war zum Vergessen. Wir waren aber froh, dass die Tour heute zu Ende war.

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