Durch den Anti-Atlas gegen Westen (20. und 21. Juni

Nach Taliouine (20. Juni)

Nach der Megatour ging es weiter Richtung Westen, Richtung Atlantik. Wir wollten nicht die Hauptstrasse nehmen, sondern die landschaftlichen Strecken. Hier half uns unser Navi, indem es Strecken wählte, die wir gemäss Karte nie genommen hätten. So zweigten wir nach Quarzarate links am in ein Tal mit schönen Oasen. Die Strasse war nur als Piste in der Karte eingezeichnet, und so erwarteten wir jeden Moment das Schlimmste. Es bewahrheitete sich nicht und die Strasse war sehr gut ausgebaut. Alles ging so gut, dass wir nicht mal Fotos von dieser Strecke machten. Da es auch stark windete, machten wir keinen Mittagsstopp auf dieser Strecke. Als wir wieder auf der Hauptstrasse waren begann es das zweite Mal am gleichen Tag zu regnen (ein richtiger Wolkenbruch), was wahrscheinlich ziemlich ungewöhnlich war für den Sommer in Marokko. Wir mussten dann noch den einen oder andern Pass überwinden und kamen gegen 14 Uhr an unserem Campingplatz an. Auch wenn wir nicht ganz alleine waren (es gab noch zwei französische Camper), konnten wir einen schönen Platz mit Blick auf die Berge aussuchen. In der Nacht begann es wieder stark zu winden und wir mussten kurz unser Dach einklappen. Nach einer Stunde ging es wieder und ich schlief oben weiter. War also eine kurze Nacht …

Nach Taroudannt (21. Juni)

Am nächsten Tag ging es weiter nach Taroudannt. Wir wollten erneut nicht die Hauptstrasse  nehmen und erkundigten uns beim Zeltplatz über den Strassenzustand. Erneut bekamen wir gute Informationen und und es gab eine Strecke durch ein Tal mit schönen Oasen, welche nicht einmal auf unserer Karte eingezeichnet war. Also wählten wir diese Route und wurden gleich durch ein spezielles Fotosujet belohnt, Ziegen, die auf Büsche stiegen, um an das Futter zu kommen. Wir waren nun im Anti-Atlas und das Tal wurde zunehmend enger. Bei der Abweigung zum Tal mit den Oasen machten wir einen kleinen Stärkungs-Halt (einer der wenigen in diesen Ferien). Die Strecke wurde interessant und die versprochenen Oasen erreichten wir bald. Der Fluss führte Wasser, offenbar von den Regenfällen von letzter Nacht. Ab und zu stand jemand an der Strasse und machte Autostopp. Bis anhin haben wir zwei Leute mitgenommen, alles Greise die kein Wort französisch konnten und diesmal war es nicht anders. Er konnte aber den Zielort nennen, (Taroudannt) und wir realisierten, dass wir den Herrn eine Weile in unserem Bus hatten. Er war mit irgendeinem Eucalyptus-Zeugs eingestrichen und der ganze Bus roch danach. Amelie getraute sich die ganze Strecke nicht durch die Nase zu atmen, und Noel, der vorher geweint hatte, war plötzlich ruhig und schlief ein. Was die Präsenz von einem Marokkaner so alles bewirken kann… in der Stadt wollte er beim Spital austeigen und wir machten uns Gedanken, ob er krank sei. Wir phantasierten schon über erneutes Covid oder andere Krankheiten und da er uns beim Einsteigen auf die Hand geküsst hatten, kam ein mulmiges Gefühl auf. Wir liessen den Herrn also beim Spital aussteigen, kriegten nochmals einen Kuss auf die Hand und die Kinder auf die Stirn und der Herr lief munter über die Strasse weg vom Spital in die Altstadt. Er war sichtlich froh, das jemand ihn mitgenommen hatte und wir froh, dass er nicht krank war. Leider führte uns danach das Navi durch die Medina (Altstadt) von Taroudannt und es war ziemlich stressig den Bus neben den Leuten, Mofas, Pferdekarren und Dreiräderm durchzuzirkeln (Das Foto unten zeigt es zu wenig). Der Vorteil dieses Umweges war, dass wir noch Früchte kaufen konnten und diese nicht heimschleppem, sondern direkt in den Bus einladen konnten. Wir fuhren weiter bis zum geplanten Camping und stellten fest, das dieser zu war. Super. Noel war mittlerweile wieder wach und wollte unbedingt eine Eideschse sehen (Auf der Strasse hatte ich eine gesehen) und weil wir keine herzaubern konnten bedankte er sich mit einer Schreiattacke. Was für ein Glück wir doch hatten … Wir mussten also alles wieder zurück fahren zu einem Camping nahe der Stadt. Zum Glück gab es Schildkröten im nahen Bewässerungskanal und Noel beruhigte sich endlich wieder. Und am nächsten Morgen sahen wir dann tatsächlich noch eine Eidechse auf dem Camping.

Vom Camping aus unternahmen wir noch ein Kutschenausflug in die Stadt. Taroudannt wird auch „klein Marrakesch“ genannt, da die Stadt von einer schönen Mauer umgeben ist, Amelie durfte auf der Kutschebock sitzen und die Zügel halten. Somit war für sie der Tag ein voller Erfolg. Aber auch Noel und uns gefiel die Fahrt. Danach ging es durch die Souks und wir konnten noch Schuhe kaufen. Einer meiner Flipflops war verloren gegangen und ich brauchte dringend Ersatz. Alles in allem ein schöner Ausflug. Wir assen noch etwas und gingen danach müde ins Bett. 

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